Wertstoffwende
Recycling 2.0

Recycling 2.0 -

Die Wertstoffwende

Hochschule Nordhausen

Die Einleitung der Wertstoffwende

Wertstoffwende

Für die Einleitung einer Wende im Bereich der Wertstoffe, die in der Wirkung und Reichweite eine ähnliche Tragweite wie die Energiewende hat, müssen nicht nur technologische Hürden adressiert, sondern auch die soziokulturelle Akzeptanz sowie die regulativen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Für die zukünftige, stabile Entwicklung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands ist eine sichere und nachhaltige Rohstoffversorgung in der industriellen Produktion von herausragender Bedeutung. Dies ist eine unentbehrliche Grundlage für Wachstum und Beschäftigung in der Gesellschaft. Besonders Zukunftsfelder wie Informations- und Kommunikationstechnologie, Mobilität, Energie- und Umwelttechnologie erfordern eine zunehmende Material- und Rohstoffvielfalt.

 

Um die Wertstoffwende zu realisieren, hat sich ein Konsortium zusammengefunden, das alle Arbeitsgebiete von den technologischen, ökonomischen und ökologischen bis zu den psychologischen, soziologischen und politikwissenschaftlichen Segmenten abdeckt. Das Konsortium folgt mit der Staffelung, dem natürlichen Stofffluss der Abfälle vom Konsumenten über die Aufbereitung und Aufkonzentration der einzelnen Sekundärrohstoffe bis zur Verwertung und der einhergehenden Rückführung in die produzierende Industrie. Zur Erreichung hochwertiger Recycling- und Verwertungsrouten in diesen vier Bereichen müssen auch starke und tatkräftige kleine und mittelständische Unternehmen beitragen, die die breitenwirksame Umsetzung nicht nur durch die marktfokussierte Mitentwicklung neuartiger Technologien stützen, sondern auch durch die Durchführung der Arbeiten entlang des gesamten Problemspektrums. Begleit- und Grundlagenforschung sowie Entwicklungsarbeiten zur Erreichung eines Entwicklungsstandes, der die Wertstoffwende ermöglicht, muss durch Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen begleitet und umgesetzt werden.

 

Die Arbeitsfelder müssen den gesamten Stoffstrom berücksichtigen, beginnend mit der Ressourcenrückführung seitens der Konsumenten, unterstützt durch neuartige Sammelsysteme und logistische Innovationen, über die Entwicklung neuartiger Technologien zur Aufbereitung und Aufkonzentration der Sekundärrohstoffe hin zu Verwertungsmethoden, die dem Charakter der Vision Wertstoffwende gerecht werden. Schließlich muss über die Entwicklung geeigneter Steuerungsinstrumente versucht werden, zielgerichtet nachhaltigkeitsorientiert Märkte zu gestalten.

 

Die Einleitung einer Wertstoffwende kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn das Verständnis der Bevölkerung für das Problem "Abfall" geschaffen bzw. gefördert wird. Unsere Aufgabe ist es, zu informieren und die Bürger zu aktiver Mitarbeit zu motivieren. Durch die Bereitstellung und Vermittlung von Informationen zu allen Themen rund um Begriffe wie

  • Rückführung
  • Wertstoffe
  • Wiederverwendung
  • Recycling

können relevante Fragen beantwortet werden. Öffentlichkeitsarbeit muss Gefahren für die Umwelt aufzeigen, die sich aus alltäglichem Verhalten ergeben, mit dem Angebot praktikabler Änderungsvorschläge und Möglichkeiten aktiver Mitarbeit kommen wir der Werstoffwende einen weiteren Schritt näher.